Bürgerinformation-2026-01
(von Rudolf Ehlers 05.02.2026)
Liebe Nübbelerinnen und Nübbeler,
als Bürger unserer Gemeinde möchte ich anregen, dass wir uns – Gemeindevertretung wie auch
Bevölkerung – frühzeitig mit dem Thema Windenergie und möglichen Vorrangflächen befassen.
Auch wenn die endgültigen Entscheidungen des Landes noch ausstehen, halte ich es für sinnvoll,
sich bereits jetzt sachlich und offen mit den möglichen Entwicklungen auseinanderzusetzen.
Mir ist bewusst, dass manche befürchten, ein solches Vorgehen könne als Vorwegnahme von
Entscheidungen oder sogar als Handeln gegen den Willen der Bürger verstanden werden. Aus meiner
Sicht ist jedoch das Gegenteil der Fall: Eine frühzeitige Beschäftigung schafft Transparenz,
ermöglicht eine sachliche Diskussion und gibt uns allen die Chance, Hinweise, Fragen und
Bedenken rechtzeitig einzubringen.
Wenn wir uns früh informieren, stärken wir die Position unserer Gemeinde im weiteren Verfahren
und sorgen dafür, dass unsere Interessen klar und gut begründet vertreten werden können. Es geht
nicht darum, etwas festzulegen, sondern darum, vorbereitet zu sein – gemeinsam und mit Blick auf
das Wohl unserer Gemeinde.
Regionalplan Vorrangflächen Windenergie-wie lange dauert die Auswertung der Stellungnahmen?
Nach der öffentlichen Beteiligung bis Oktober 2025 zu den neuen Regionalplänen für Windenergie muss das Land
Schleswig-Holstein mehrere tausend Stellungnahmen sorgfältig prüfen und abwägen. Das ist ein
aufwendiger und rechtlich sensibler Prozess.
Plausibler Zeitrahmen
- Realistisch: Die Auswertung und Überarbeitung der Pläne kann
9 bis 15 Monate dauern.
- Eher optimistisch: Unter 6 bis 8 Monaten ist nur bei sehr
günstigen Bedingungen zu rechnen.
- Unwahrscheinlich: Eine vollständige Auswertung in weniger als
6 Monaten gilt als nicht realistisch.
Was bedeutet das für uns?
Mit endgültigen Regionalplänen ist voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 zu
rechnen. Bis dahin gelten weiterhin die bestehenden Planungen und die aktuelle Rechtsprechung
als Grundlage für Entscheidungen.
Warum sollte sich eine Gemeinde früh mit möglichen Vorrangflächen beschäftigen?
Auch wenn die Regionalpläne für Windenergie noch nicht endgültig beschlossen sind, lohnt es sich
für Gemeinden, sich frühzeitig mit potenziellen Vorrangflächen auseinanderzusetzen. So können
Entwicklungen besser eingeschätzt und aktiv gestaltet werden.
Frühzeitige Vorbereitung schafft Vorteile
- Planungssicherheit: Die Gemeinde kann mögliche Veränderungen im
Gemeindegebiet rechtzeitig erkennen und sich darauf einstellen.
- Fundierte Kommunikation: Bürgerinnen und Bürger erhalten klare,
nachvollziehbare Informationen – Unsicherheiten und Gerüchte werden reduziert.
- Gestaltungsspielraum nutzen: Aspekte wie Wegeführung, Ausgleichsflächen
oder Infrastruktur können früh in die eigene Bauleitplanung einfließen.
- Konflikte früh erkennen: Themen wie Naturschutz, Abstände oder
Landschaftsbild lassen sich besser moderieren, wenn sie nicht erst im letzten Moment
auftauchen.
- Strategische Chancen: Gemeinden können überlegen, wie sie von Windenergie
profitieren möchten – etwa durch Pachteinnahmen oder Beteiligungsmodelle.
- Gute Stellungnahmen: Wer die Flächen kennt, kann im Beteiligungsverfahren
sachlich und konkret argumentieren.
Fazit
Eine frühzeitige Beschäftigung mit möglichen Vorrangflächen stärkt die Handlungsfähigkeit der
Gemeinde, verbessert die Transparenz gegenüber der Bevölkerung und ermöglicht eine aktive,
vorausschauende Gestaltung der örtlichen Entwicklung.